Logo von Netze

Suche
Axel Kannenberg 308

Mobilfunk: Weiterhin keine Beweise für Schädlichkeit

Für mögliche Gesundheitsschäden durch Mobilfunkstrahlung gibt es auch weiterhin keinen Beleg. Das geht aus einem Bericht der britischen Gesundheitsbehörde HPA (Health Protection Agency) hervor, der am Donnerstag bekannt gemacht wurde.

Anzeige

Wissenschaftler der Expertenkommission AGNIR (Advisory Group on Non-ionising Radiation) haben dafür zahlreiche Studien gesichtet. Ihr Ergebnis: Menschen, die einer Strahlung innerhalb der britischen Grenzwerte ausgesetzt waren, wiesen keine erkennbaren Symptome auf. Auch eine Wirkung der hochfrequenten elektromagnetischen Felder auf nach eigenen Angaben elektrosensible Menschen konnte nicht festgestellt werden. Ebenfalls wurden keine Hinweise darauf gefunden, dass Hirntumore und andere Krebserkrankungen gefördert und Fruchtbarkeit sowie Herzgesundheit geschädigt würden.

Lediglich bei deutlich über dem Grenzwert liegenden Strahlungsdosen trete Gewebe-Erwärmung auf, die zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. Ferner wies der Kommissionsleiter Professor Anthony Swerdlow darauf hin, dass über die Langzeitwirkungen bislang zu wenig bekannt sei – insbesondere ab einer Nutzungszeit von etwa 15 Jahren. Deshalb seien auch weiterhin Studien nötig sowie ein kontinuierlicher Abgleich mit zum Beispiel den Krebsstatistiken.

Gleichzeitig halten es die Forscher für wichtig, die Effekte von Mobilfunkwellen auf die Hirnaktivität weiter zu erforschen, dies vor allem bei Kindern. In dem Kontext gab die HPA bekannt, bei ihrer Empfehlung zu bleiben: Kinder sollten Mobiltelefone nicht ausgiebig nutzen dürfen. Außerdem sollte bei Mobiltelefonen der SAR-Wert als Maß für die Einwirkung auf den Körper immer angegeben werden.

Ein Anfang letzten Jahres veröffentlichter Bericht des Bundesregierung kam zu ganz ähnlichen Ergebnissen. Dabei konnten weder über Langzeitwirkungen noch über eine spezifische Empfindlichkeit bei Kindern abschließende Aussagen getroffen werden. Allerdings zeigte eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz, dass bisher zur Berechnung verwendete Körpermodelle von Kindern ungeeignet waren und es hier durchaus zu Überschreitungen empfohlener Werte kommen könne. (axk)

308 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Was war. Was wird. Von den Zigeunern am Rande des Universums

    Was war. Was wird. Von den Zigeunern am Rande des Universums

    Ach ja, die deutsche Sprache. Manche lassen sich durch sie dazu verrenken, von einer "thymotischen Unterversorgung" zu schwafeln. Derweil singt im Apple Store leise aus den Boxen David Bowie, den Hal Faber vor einer Woche noch hochleben ließ.

  2. Was war. Was wird. Von Zukünften, Zitis und Zyklonopathen, in einer mittlerweile wieder lauen Sommernacht

    Was war. Was wird. Von Zukünften, Zitis und Zyklonopathen, in einer mittlerweile wieder lauen Sommernacht

    Wenn's dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis. Oder setzt auf Nationalismus. Haben wir noch eine Zukunft? Fragt sich, was man darunter versteht, merkt Hal Faber an, und bekräftigt: Vive l'Europe. Es lebe die europäische Union und der Bundesstaat Europa.

  3. Einen Guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

    Einen Guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

    Die Redaktionen des Heise-Verlags wünschen Ihnen ein friedliches und schönes Jahr 2016. Auf dass Ihre Hoffnungen aufgehen mögen. Kommen Sie unbeschadet hinüber.

  4. Was war. Was wird. Von enthemmten Mittelschichten und Hilfs-Bundesinnenministern

    Was war. Was wird. Von enthemmten Mittelschichten und Hilfs-Bundesinnenministern

    Radikale Absteiger sind sie, diese Mittelschichtler. Gut, dass sie einen Innenminister haben, der auf alle aufpasst. Doch auch dem muss man auf die Finger schauen. Hal Faber rechnet mal nach.

  1. Stuttgart startet Offensive gegen Luftschadstoffe

    Stuttgart ist die Bundeshauptstadt der schlechten Luft. Nun will die Kommune Feinstaub-Alarm ausrufen. Ziel: Die Leute sollen freiwillig vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen

  2. Gehirnzerstörung in Echtzeit

    Gehirnzerstörung in Echtzeit

    Ärzte aus den USA und Finnland konnten einen verstörenden Fall der Folgen einer Infektion mit dem Zika-Virus beobachten: Quasi vor ihren Augen löste sich das Gehirn eines Kindes im Mutterleib auf.

  3. Umfrage: Städte wollen blaue Plakette einführen

    Messung der Luftqualität in Stuttgart

    In einigen deutschen Großstädten könnten Fahrverbote für Autos mit Dieselmotor schneller als gedacht kommen. Als Möglichkeit für die Durchsetzung eines Verbots sehen etwa Berlin, München, Bremen und Stuttgart die Einführung der blauen Umweltplakette

  1. Im Test: Skoda Fabia Combi 1.2 TSI

    Skoda

    Der Fabia war schon in seiner ersten Auflage das ziemlich exakte Gegenteil von flippig. Ein gradliniger Typ eben, Schnickschnack war seine Sache nie. Wie die größeren Kombi-Modelle Octavia und Superb gehört auch der Fabia zu den Autos, die eine sehr gute Raumnutzung bieten

  2. Researcher und Editor: Mit Word bessere Hausarbeiten schreiben

    Computer-Tastatur

    Damit Studenten und Schüler einfacher bessere Arbeiten schreiben können, hat Microsoft zwei neue Funktionen für Word vorgestellt. Researcher dient dem Auffinden und Zitieren von Quellen, während Editor für einen besseren Stil sorgen soll.

  3. DTEK50: BlackBerry kündigt zweites Android-Smartphone an

    BlackBerry kündigt zweites Android-Smartphone an

    DTEK50 kommt mit der gleichen gehärteten Android-Version wie BlackBerry PRIV, löst aber das wichtigste Problem. Während der PRIV für 779 € vorgestellt wurde, soll DTEK50 nur 339 € kosten.

  4. Fahrbericht: Mercedes A 45 AMG

    Mercedes

    Viele Hersteller haben kleine Wagen mit reichlich Leistung im Programm. Doch der A 45 AMG ist anders als seine direkten Konkurrenten: Er ist kaum zu übersehen, überaus kräftig und, so gewollt, ungewöhnlich laut. Eine Ausfahrt zeigt die ganze Bandbreite seiner Talente

Anzeige