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Details zu IPv6 über Telekom-DSL

Nachdem die Telekom vergangene Woche erstmals bestätigt hatte, dass sie seit September 2012 neue Privatkunden-DSL-Anschlüsse auch mit IPv6 ans Internet anbindet, nannte sie gegenüber heise Netze nun erstmals technische Details. Einige Informationen waren zwar bereits in der Vergangenheit an die Öffentlichkeit gelangt, wurden aber von der Telekom bislang nicht bestätigt.

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Laut Telekom-Pressesprecher Ralf Sauerzapf bindet das Unternehmen neue, IP-basierte Privatkunden-DSL-Anschlüsse per Dual-Stack-Technik ans Internet an. Der Teilnehmerrouter (CPE) erhält für seine Internet-Schnittstelle also sowohl eine IPv4-Adresse als auch ein /64-IPv6-Präfix, das per Router Advertisement (RA) im Rahmen einer Dualstack-PPPoE-Sitzung vergeben wird. Das entspricht in etwa den Techniken aus den Spezifikationen RFC 4241 respektive TR-187 (PDF-Datei).

Anschließend lässt sich das CPE per Präfix Delegation ein weiteres IPv6-Präfix zuteilen, das es an LAN-Rechner verteilt (etwa per DHCPv6). Es handelt sich dabei um ein /56-Präfix, mit dem sich 256 IPv6-Subnetze adressieren lassen. Die Präfixe stammen aus dem Adressblock 2003::/19. Entgegen früheren Äußerungen des Unternehmens wird der /56-Präfix aber nicht fest an den Privatkunden-Anschluss gebunden.

Das vom Provider delegierte /56-Präfix lasse sich laut Sauerzapf durch einen Neustart des Routers oder nach Neuaufbau der Verbindung gegen ein zufällig ausgewähltes austauschen. In Verbindung mit den Privacy Extensions for IPv6 soll dieses Verfahren auf aktuellen Betriebssystemen die Zuordnung von IPv6-Adressen zu Nutzern erschweren und damit die Privatheit gewährleisten. Andere, früher vom Unternehmen erwogene Optionen, etwa das vom Provider zugewiesene IPv6-Präfix über die Router-Bedienoberfläche auszuwechseln, nannte der Telekom-Sprecher nicht mehr. (rek)

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