Logo von Netze

Suche
475

Details zu IPv6 über Telekom-DSL

Nachdem die Telekom vergangene Woche erstmals bestätigt hatte, dass sie seit September 2012 neue Privatkunden-DSL-Anschlüsse auch mit IPv6 ans Internet anbindet, nannte sie gegenüber heise Netze nun erstmals technische Details. Einige Informationen waren zwar bereits in der Vergangenheit an die Öffentlichkeit gelangt, wurden aber von der Telekom bislang nicht bestätigt.

Anzeige

Laut Telekom-Pressesprecher Ralf Sauerzapf bindet das Unternehmen neue, IP-basierte Privatkunden-DSL-Anschlüsse per Dual-Stack-Technik ans Internet an. Der Teilnehmerrouter (CPE) erhält für seine Internet-Schnittstelle also sowohl eine IPv4-Adresse als auch ein /64-IPv6-Präfix, das per Router Advertisement (RA) im Rahmen einer Dualstack-PPPoE-Sitzung vergeben wird. Das entspricht in etwa den Techniken aus den Spezifikationen RFC 4241 respektive TR-187 (PDF-Datei).

Anschließend lässt sich das CPE per Präfix Delegation ein weiteres IPv6-Präfix zuteilen, das es an LAN-Rechner verteilt (etwa per DHCPv6). Es handelt sich dabei um ein /56-Präfix, mit dem sich 256 IPv6-Subnetze adressieren lassen. Die Präfixe stammen aus dem Adressblock 2003::/19. Entgegen früheren Äußerungen des Unternehmens wird der /56-Präfix aber nicht fest an den Privatkunden-Anschluss gebunden.

Das vom Provider delegierte /56-Präfix lasse sich laut Sauerzapf durch einen Neustart des Routers oder nach Neuaufbau der Verbindung gegen ein zufällig ausgewähltes austauschen. In Verbindung mit den Privacy Extensions for IPv6 soll dieses Verfahren auf aktuellen Betriebssystemen die Zuordnung von IPv6-Adressen zu Nutzern erschweren und damit die Privatheit gewährleisten. Andere, früher vom Unternehmen erwogene Optionen, etwa das vom Provider zugewiesene IPv6-Präfix über die Router-Bedienoberfläche auszuwechseln, nannte der Telekom-Sprecher nicht mehr. (rek)

475 Kommentare

Themen:

  1. Kaufland und britisches Militär fordern weit mehr IPv6-Adressen

    abcx

    Die von Adressverwaltern ausgegebenen IPv6-Adressblöcke sind den beiden Organisationen zu klein. Eine überzeugende Begründung bleiben sie freilich schuldig und lassen an die hemdsärmelige Vergabepraxis aus der IPv4-Anfangszeit denken.

  2. Mit Sipgate auch über IPv6 telefonieren

    Mit Sipgate auch über IPv6 telefonieren

    Nachdem der VoIP-Anbieter Sipgate den Dual-Stack-Betrieb seiner Telefoniedienste im kleinen Kreis getestet hat, können nun alle Sipgate-Kunden auch IPv6 beim Telefonieren einsetzen. Einige Probleme mit reinen IPv6-Zugängen räumt man damit aus dem Weg.

  3. VoIP-Provider dus.net führt IPv6 ein

    Der VoIP-Provider dus.net bietet ab sofort einen Zugang zu den SIP-Servern auch per IPv6 an. Das System läuft parallel zum bisherigen für IPv4.

  1. Erfolgszwang

    Seit der Verabschiedung des IPv6-Standards RFC 2460 im Dezember 1998 hat sich viel getan – Anlass genug, den Blick auf die holprige Geschichte und die Gegenwart des "neuen" Internet-Protokolls zu richten.

  2. Router-Angriffen vorbeugen

    Jeder Router ist rund um die Uhr Angriffen aus dem Internet ausgesetzt. Ein paar Vorsichtsmaßnahmen reduzieren das Risiko, dass ein Angriff zum Erfolg führt – selbst wenn ein Sicherheitsloch in der Router-Software klafft.

  3. Kernel-Log – Was 3.7 bringt (2): Netzwerk

    Linux beherrscht Network Address Translation (NAT) nun auch bei IPv6. Neu sind Server-seitige Unterstützung für Googles Beschleunigungstrick "TCP Fast Open" und ein Tethering-Treiber für das iPhone 5.

  1. Selbstläufer

    Unterwegs im Porsche Macan S Diesel

    Porsche hat mit dem Macan offenbar einen Volltreffer beim Geschmack der Kunden gelandet. Die Deutschen greifen zu rund 70 Prozent zur Selbstzünderversion, die ab 59.120 Euro zu haben ist. Wir stiegen in den Macan S Diesel um ein Gespür dafür zu kriegen, was dieses Auto so attraktiv macht

  2. Vorschläge aus dem Fußraum

    Wie fährt der Mercedes C 350e

    Daimler macht Dampf bei den Plug-In-Hybridmodellen. Auf Basis des modularen Hybrid-Baukastens für die Modelle mit Standardantrieb will man bis 2017 zehn neue PHEVs auf den Markt bringen. Eins davon ist der C 350e, der bereits über diesen Antrieb aus Ottomotor, E-Maschine und Lithium-Ionen-Akkus verfügt

  3. Cater-Stimmung

    Foodtrucks in Deutschland

    Von der Gulaschkanone über den Imbisswagen zum Foodtruck: Deutschlands Essen auf Rädern wird immer vielfältiger. Seit ein paar Jahren ist das eine eigene Szene, in der jeder Wagen, der etwas auf sich hält, seine eigene Stilrichtung kultiviert. Sogar ein Treffen hat sich erfolgreich etabliert

  4. Weniger ist mehr

    Fahrbericht: Fiat 500X 1.4 MultiAir DCT 4x2

    Fiat hat seine Alternative zum Mini Countryman überarbeitet. Wir probierten die völlig neue Kombination 1.4 Multiair mit Doppelkupplungsgetriebe und stellen fest: Hier ist weniger mal mehr. Der Rest ist vor allem Geschmackssache

Anzeige