Logo von Netze

Suche
74

Breitband-Anschlüsse: Versorgungsauflage im 800-MHz-Bereich bundesweit erfüllt

Die deutschen Mobilfunkunternehmen haben die Versorgungsverpflichtung im 800-MHz-Bereich nun auch in Brandenburg, also im letzten verbliebenen Bundesland und damit im gesamten Bundesgebiet erfüllt. Das meldet die Bundesnetzagentur. Alle drei Unternehmen, die in diesem Band im Mai 2010 Frequenzen für die Mobilfunknutzung ersteigert haben, können nun die 800-MHz-Frequenzen in allen Bundesländern nach Gutdünken nutzen und so auch den lukrativen Ausbau in Ballungsgebieten vorantreiben. Das sind O2 Telefónica, Telekom und Vodafone. Der vierte Netzbetreiber, E-Plus, hat zwar bei der letzten Auktion ebenfalls Mobilfunkfrequenzen ersteigert, ging aber im 800-MHz-Bereich leer aus.

Anzeige

"Bereits zwei Jahre nach der Vergabe der Frequenzen wurden die Versorgungsauflagen in allen mit Breitband unterversorgten Bundesländern erfüllt. Dies ist ein großer Erfolg und ein wichtiger Schritt im Rahmen der Breitbandstrategie der Bundesregierung", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Mobilfunknetzbetreiber hätten große Anstrengungen unternommen, damit der heutige Erfolg so schnell erreicht werden konnte, ergänzte Homann.

In den zuvor DSL-freien Gebieten stehen jetzt Breitbandzugänge zur Verfügung. Nutznießer des zügigen Netzausbaus sind lokale Unternehmen und Verbraucher, die nun neben den Satelliten-gestützten Zugängen mit funkgestützten Anschlüssen auf Basis der Mobilfunktechnik LTE ein bißchen mehr Auswahl haben. Sat-Zugänge sind zwar flächendeckend mit Geschwindigkeiten auf dem Niveau von mittelschnellen ADSL-Anschlüssen zu haben, aber wegen technisch bedingter langer Signallaufzeiten kommen sie nicht für Anwendungen in Frage, die kurze Signallaufzeiten voraussetzen. Dazu gehören die VoIP-Telefonie oder auch Kommandozeilen- und Datenbanksitzungen, aber auch Netzwerkspiele, die schnelle Reaktionen erfordern.

Die Bundesnetzagentur hatte die Versteigerung im Frühjahr 2010 gestartet. Mobilfunkunternehmen konnten Frequenzen für den drahtlosen Netzzugang in den Bereichen 800 MHz, 1,8 GHz, 2,0 GHz und 2,6 GHz ersteigern. Die 800-MHz-Frequenzen hatte die Bundesnetzagentur an eine stufenweise Aus- und Aufbauverpflichtung gebunden. Dafür haben die Bundesländer im Vorfeld der Versteigerung die DSL-losen Regionen und die zu langsam angebundenen Gebiete benannt, welche entsprechend ihrer Einwohnerzahl in vier Prioritätsstufen unterteilt wurden.

Erst nach Abdeckung dieser Gebiete durften die Netzbetreiber die zur großflächigen Abdeckung besonders gut geeigneten 800-MHz-Frequenzen auch für andere, nicht verpflichtende Bereiche in den jeweils abgedeckten Bundesländern nutzen. Vorrangig wurden Städte und Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern berücksichtigt. Dabei durften die Betreiber die Versorgungsauflagen technikneutral erfüllen – beispielsweise per Funk, per DSL oder mit Kabelanschlüssen.

Andere Frequenzbereiche fielen freilich nicht unter die Verpflichtung, sodass beispielsweise die Telekom bereits zu Beginn dieses Jahres mit der LTE-Versorgung von Ballungsgebieten begonnen hat – das Unternehmen setzte dafür 1800-MHz-Frequenzen ein, mit denen es üppig bestückt ist. In der aktuellen Phase des fortgeschrittenen Netzausbaus kommen nun bei allen Netzbetreibern vermehrt Frequenzen aus dem 2,6-GHz-Band zum Einsatz. Damit werden nun Stück für Stück hochfrequentierte Bereiche wie Einkaufsmeilen oder Bahnhöfe mit LTE-Hotspots abgedeckt. (dz)

74 Kommentare

Themen:

  1. Schneller Mobilfunk: Wimax-Nachlass könnte an LTE-Advanced übergehen

    Wimax-Nachlass könnte an LTE-Advanced übergehen

    Der Breitbandfunk Wimax konnte sich weltweit kaum durchsetzen. Den Mobilfunkern fehlen hingegen weiterhin Frequenzkapazitäten. Ericsson und Orange demonstrieren nun, wie sich das brachliegende Wimax-Funkband wiederverwerten ließe.

  2. Frequenzversteigerung: Bundesnetzagentur bittet zum Tanz

    Frequenzversteigerung: Bundesnetzagentur bittet zum Tanz

    Die Behörde hat nun das Zulassungsverfahren zur Frequenzversteigerung eröffnet. Sie gibt sich zurückhaltender als der Beirat vor wenigen Tagen und spricht nun lediglich von einer Verbesserung der Breitbandversorgung.

  3. Auktion für Mobilfunk-Frequenzen: Neue Spektrum-Aufteilung könnte negative Folgen haben

    Frequenzauktion: Spektrum-Änderungen könnten für Nutzer Folgen haben

    Jede Versteigerung hat ihre Eigenheiten, so auch die kommende. Das Besondere an dieser: Eigentlich soll sie die Breitbandversorgung verbessern, könnte sie aber bei ungünstigem Verlauf für manche Netze vorübergehend sogar verschlechtern.

  1. Darf’s ein bisschen schneller sein?

    Der Mobilfunk der vierten Generation erreicht 100 MBit/s. Mit einem Spitzenhandy ist man darüber schneller im Internet unterwegs als an den meisten DSL-Anschlüssen. Aber Vorsicht bei der Wahl des Endgeräts: Nicht jedes funktioniert in allen Netzen.

  2. Mobilfunk-Beschleuniger im Dutzend

    Small Cells, noch mehr gebündelte Träger, 3D-MIMO und Massive MIMO, WLAN-Offloading und ein bahnbrechender Transceiver, der mal eben die Bandbreite verdoppelt: Die kommenden Mobilfunk-Spezifikationen stecken voller Raffinessen.

  3. Herr der Netze

    Herr der Netze

    Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur, ist eine Schlüsselfigur der Energiepolitik. Im TR-Interview spricht er über die Fallstricke der Energiewende.

  1. Träumen ist Pflicht

    BMWs Hommage an den 3.0 CSL für den Concorso d’Eleganza

    BMW zeigt beim elitären Concorso d’Eleganza am Comer See die spektakuläre Neuauflage seines 3.0 CSL aus den popfarbenen 70er Jahren. Es wird bei einem Einzelstück bleiben

  2. Sport im Schrank

    Fahrbericht: Range Rover Sport SVR

    Eine knapp fünf Meter lange und 1,8 Meter hohe Schrankwand mit dem cW-Wert von 0,38, die ihre drei Tonnen Gesamtgewicht schneller von 0 auf 100 km/h wuchtet als ein Porsche 911 Carrera braucht kein Mensch. Wir haben sie trotzdem gefahren

  3. Marken-Rangliste: Apple holt sich Spitzenplatz von Google zurück

    Marken-Rangliste: Apple holt sich Spitzenplatz von Google zurück

    Der bisherige Spitzenreiter Google kommt in der aktuellen Rangliste des Marktforschungsunternehmens Millward Brown auf einen Markenwert von 174 Milliarden US-Dollar. Apple liegt weit darüber.

  4. Guter Appetit

    alternative Antriebe, Elektroautos

    Siiiaum, und weg! Elektrische Ampelstarts machen einfach mehr Spaß – egal mit welchem Auto. Teile des Antriebs der elektrischen B-Klasse stammen von Tesla Motors. Wir probieren, ob ihre Batteriekapazität von 28 kWh – entsprechend etwa einem Drittel Tesla Model S – ausreicht, um zu überzeugen

Anzeige