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Bei Nokia Siemens Networks droht weiterer Stellenabbau

Beim Netzausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) steht laut einem Zeitungsbericht ein weiterer massiver Stellenabbau bevor. Die Dienstleistungstochter NSN Services mit 1000 Beschäftigten stehe vor dem Aus, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) am Dienstag. Darüber werde die Geschäftsleitung auf einer für Mittwoch anberaumten Betriebsversammlung in Kassel sprechen. Ein Verdi-Sprecher erklärte gegenüber dpa, dass auf dieser Betriebsversammlung das Aus für die von der Telekom übernommenen Tochter angekündigt werden könnte.

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NSN hatte die Service-Einheit Vivento Technical Services Anfang 2008 von der Telekom erworben. Das Unternehmen baut und wartet Netzinfrastrukturen. Wichtigster Kunde ist laut SZ die ehemalige Muttergesellschaft: Für die Telekom wartet NSN Services das oberirdische Telefonnetz. Bei der Übernahme war ein über fünf Jahre laufender Dienstleistungsvertrag im Wert von 300 Millionen Euro vereinbart worden. Dieser Vertrag sei zum Jahresende gekündigt worden, die Verhandlungen über einen Nachfolgeauftrag seien gescheitert. Ohne diesen Auftrag müsse NSN Services zum Jahresende 2013 dicht machen, heißt es in der SZ unter Berufung auf das Unternehmensumfeld.

NSN will im Rahmen einer weltweiten Restrukturierung 17.000 der 74.000 Jobs streichen, in Deutschland sind rund 2900 Arbeitsplätze betroffen. So werden die Standorte in Nürnberg, Würzburg und Bruchsal geschlossen. Der Standort München bleibt nach Mitarbeiterprotesten vorerst erhalten. Sollte die Servicesparte abgewickelt werden, droht weiteren 850 Beschäftigten die Arbeitslosigkeit. Gut 200 Mitarbeiter sind nach SZ-Angaben frühere Beamte der Bundespost und könnten zur Telekom zurückkehren.

Am Montag hatte NSN angekündigt, seine Sparte für optische Netzwerke an die Investmentgesellschaft Marlin Equity Partners zu verkaufen. Nach dem für das erste Quartal 2013 geplanten Abschluss werden bis zu 1900 überwiegend in Deutschland, Portugal und China beschäftigte Mitarbeiter der Glasfasersparte von NSN an Marlin übergehen. Die Investmentfirma will laut dpa einen Branchenführer im zersplitterten Markt für optische Netzwerke aufbauen. Das Unternehmen soll seine Zentrale in München haben.

Das finnisch-deutsche Joint Venture NSN schreibt seit seiner Gründung nur rote Zahlen und versucht sich gerade gesundzuschrumpfen. Der Netzausrüster will sich auf das mobile Breitbandgeschäft konzentrieren. In den tiefroten Nokia-Bilanzen hatte NSN im dritten Quartal immerhin für einen kleinen Lichtblick gesorgt: Das langjährige Sorgenkind konnte erste Früchte der Sanierung vorweisen und den Umsatz im Vergleich zu Vorjahresquartal leicht um 3 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro steigern. Der Netzwerkausrüster, der Nokias Bilanz in der Vergangenheit mit hohen Restrukturierungskosten belastet hatte, steuerte im dritten Quartal einen operativen Gewinn von 182 Millionen Euro bei. (vbr)

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