Logo von Netze

Suche
14

Bei Nokia Siemens Networks droht weiterer Stellenabbau

Beim Netzausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) steht laut einem Zeitungsbericht ein weiterer massiver Stellenabbau bevor. Die Dienstleistungstochter NSN Services mit 1000 Beschäftigten stehe vor dem Aus, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) am Dienstag. Darüber werde die Geschäftsleitung auf einer für Mittwoch anberaumten Betriebsversammlung in Kassel sprechen. Ein Verdi-Sprecher erklärte gegenüber dpa, dass auf dieser Betriebsversammlung das Aus für die von der Telekom übernommenen Tochter angekündigt werden könnte.

Anzeige

NSN hatte die Service-Einheit Vivento Technical Services Anfang 2008 von der Telekom erworben. Das Unternehmen baut und wartet Netzinfrastrukturen. Wichtigster Kunde ist laut SZ die ehemalige Muttergesellschaft: Für die Telekom wartet NSN Services das oberirdische Telefonnetz. Bei der Übernahme war ein über fünf Jahre laufender Dienstleistungsvertrag im Wert von 300 Millionen Euro vereinbart worden. Dieser Vertrag sei zum Jahresende gekündigt worden, die Verhandlungen über einen Nachfolgeauftrag seien gescheitert. Ohne diesen Auftrag müsse NSN Services zum Jahresende 2013 dicht machen, heißt es in der SZ unter Berufung auf das Unternehmensumfeld.

NSN will im Rahmen einer weltweiten Restrukturierung 17.000 der 74.000 Jobs streichen, in Deutschland sind rund 2900 Arbeitsplätze betroffen. So werden die Standorte in Nürnberg, Würzburg und Bruchsal geschlossen. Der Standort München bleibt nach Mitarbeiterprotesten vorerst erhalten. Sollte die Servicesparte abgewickelt werden, droht weiteren 850 Beschäftigten die Arbeitslosigkeit. Gut 200 Mitarbeiter sind nach SZ-Angaben frühere Beamte der Bundespost und könnten zur Telekom zurückkehren.

Am Montag hatte NSN angekündigt, seine Sparte für optische Netzwerke an die Investmentgesellschaft Marlin Equity Partners zu verkaufen. Nach dem für das erste Quartal 2013 geplanten Abschluss werden bis zu 1900 überwiegend in Deutschland, Portugal und China beschäftigte Mitarbeiter der Glasfasersparte von NSN an Marlin übergehen. Die Investmentfirma will laut dpa einen Branchenführer im zersplitterten Markt für optische Netzwerke aufbauen. Das Unternehmen soll seine Zentrale in München haben.

Das finnisch-deutsche Joint Venture NSN schreibt seit seiner Gründung nur rote Zahlen und versucht sich gerade gesundzuschrumpfen. Der Netzausrüster will sich auf das mobile Breitbandgeschäft konzentrieren. In den tiefroten Nokia-Bilanzen hatte NSN im dritten Quartal immerhin für einen kleinen Lichtblick gesorgt: Das langjährige Sorgenkind konnte erste Früchte der Sanierung vorweisen und den Umsatz im Vergleich zu Vorjahresquartal leicht um 3 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro steigern. Der Netzwerkausrüster, der Nokias Bilanz in der Vergangenheit mit hohen Restrukturierungskosten belastet hatte, steuerte im dritten Quartal einen operativen Gewinn von 182 Millionen Euro bei. (vbr)

14 Kommentare

Themen:

  1. Nokia Networks kauft in Japan zu

    heise online/vbr

    Der finnische Netzausrüster will seine Position auf dem japanischen Markt stärken und übernimmt einen Teil der Mobilfunktechnik des japanischen Ausrüsters Panasonic System Networks.

  2. Nokias Handy-Geschäft sorgt zum Abschied für rote Zahlen

    Nokias Handygeschäft gehört seit diesem Quartal Microsoft. Im vorigen Quartal schrumpfte der Umsatz der Sparte gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent.

  3. China genehmigt Nokia-Übernahme durch Microsoft

    Stephen Elop kehrt mit der Übernahme des Nokia-Kerngeschäfts zu Microsoft zurück.

    Der Milliarden-Deal um Nokia ist nach mehr als einem halben Jahr auf der Zielgeraden: Die chinesischen Wettbewerbshüter geben Microsoft grünes Licht für die Übernahme der Handysparte des einstigen Weltmarktführers.

  1. "Cloud und Distribution ist ein Paradoxon"

    Der VAD Exclusive Networks baut auf exklusive Herstellerverträge und treue Systemhauskunden. Der Schwerpunkt liegt bei IT-Security mit 24 Herstellern. Für 2013 ist ein Umsatzvolumen von etwa 65 Millionen Euro geplant.

  2. Perspektive 2013: VAD Prianto will mit Enterprise IT-Lösungen Umsatz verdoppeln

    William Geens, Geschäftsführer, Prianto

    Prianto hat sich als VAD für Enterprise- und Infrastruktur-Software in der Nische etabliert. Kundenbasis und Umsatz wurden nahezu verdoppelt, das Auslandsgeschäft ausgebaut. Jetzt fokussiert der Grossist auf Cloud-Lösungen zur Unterstützung der Partner.

  3. Erhöhte Nachfrage nach älteren Arbeitnehmern

    Auch in diesem Jahr wollen viele Unternehmen weiteres Personal einstellen. Allerdings mit neuen Prioritäten: sechs von zehn Firmen, die Mitarbeiter suchen, haben dabei die älteren Semester im Visier.

  1. Zulassungszwerge: Zwischen Auslaufmodell und Luxusmobil

    Die Zulassungszahlen für Neufahrzeuge machen dem Autohandel wieder mehr Freude. 291.396 Bundesbürger ließen im April ein neues Auto zu. Wie seit Jahrzehnten steht der VW Golf an erster Stelle. Am Tabellenende stehen zehn Modelle, die im April maximal drei Neue auf die Straße brachten

  2. Luxus Nutzwert

    Die 4x4-Kombis E 500 T-Modell und GL 500

    Hört man „Fünfhunderter Mercedes“ und sieht eine S-Klasse oder ein Coupé vor seinem geistigen Auge, hat man damit nicht die ganze Wahrheit erfasst: Heute gibt es eine ungleich höhere Auswahl an 500ern. Wir haben mit E 500 4Matic T-Modell und GL 500 4Matic zwei feiste Allradkombis unter die Lupe genommen

  3. Kursumkehr: Amazon versteuert Gewinne künftig in Deutschland

    Amazon

    Das Vorgehen in der EU gegen Steuertricks von US-Unternehmen zeigt Wirkung: Amazon will in Deutschland und UK erwirtschaftete Gewinne überraschenderweise nicht mehr in Luxemburg versteuern.

  4. Grüße aus Entenhausen

    Fahrbericht: Suzuki V-Strom 650XT

    Es gibt sie immer wieder: Motorräder, die einem auf den ersten Blick nicht gefallen. Die Suzuki V-Strom 650 ist so ein Modell. Doch nach einigen hundert Kilometern wird sie immer hübscher. Man sollte sich eben nie vom ersten Anschein täuschen lassen

Anzeige