Logo von Mac & i

Suche
Ben Schwan 173

Stilles Apple-Update kappt Ethernet-Verbindungen

Ein iMac

Bild: Apple

Eine Sicherheitsaktualisierung, die unter OS X im Hintergrund installiert wird, sorgt für Probleme bei der Nutzung drahtgebundener Netze auf iMacs und MacBook-Pro-Maschinen. Doch es gibt einen Fix.

Am Freitag hat Apple ein stilles Security-Update für OS-X-Nutzer verteilt, das nach einem Neustart des Rechners zu Problemen mit der Ethernet-Verbindung führen kann. Betroffen scheinen vor allem iMac- und MacBook-Pro-Besitzer zu sein – welche Modelle genau, ist bislang noch unklar. Wie User unter anderem bei Reddit melden, scheint nach der Installation der Treiber für die Ansprache des Gigabit-Ethernet-Bausteins BCM5701 blockiert zu werden.

Anzeige

Gigabit-Ethernet-Treiber blockiert

Das Update selbst nennt sich "Incompatible Kernel Extension Configuration Data 3.28.1". Angefasst wird davon mindestens die Datei "/System/Library/Extensions/AppleKextExcludeList.kext", die unzulässige Kernel-Erweiterungen (kext) enthält, was für die Sperrung des BCM5701-Treibers sorgt. Es gibt allerdings einen relativ einfachen Fix: Apple hat am Wochenende eine neue Version des Updates namens 3.28.2 publiziert.

Deren Installation ist relativ einfach, so lange man mit seinem Mac auf ein WLAN-Netzwerk ausweichen kann. Zunächst sollte man die über das Apfel-Logo aufrufbaren Systeminformationen bei gedrückter Alt-Taste starten. Danach im Bereich Software und Installationen nach dem Softwarenamen suchen. Befindet sich die "Incompatible Kernel Extension Configuration Data 3.28.1" dort, sollte man aktualisieren.

Ausflug ins Terminal

Dies ist über das OS-X-Terminal möglich, das man über die Spotlight-Suche am schnellsten aufruft. Dort muss dann "sudo softwareupdate --background" plus Admin-Passwort eingetippt werden. Nach Beendigung des Terminals und Neustart des Macs sollte das Problem behoben sein.

Ohne WLAN-Zugang wird es schwieriger: Nutzer müssen sich dann in den OS-X-Rettungsmodus begeben, dort die betroffene kext-Datei löschen und ein Software-Update anstoßen – oder OS X ganz neu installieren (ohne Datenverlust). Nähere Details nennt Apple in seinem Support-Dokument.

Wie es zu dem Problem kommen konnte, ist bislang noch unklar – möglicherweise gelangte ein Update auf Produktionsserver, das dort nichts zu suchen hatte. Apple kann seit OS X Mountain Lion 10.8 stille Sicherheitsupdates einspielen, tut dies aber nur sporadisch.

[Update 29.02.16 10:54 Uhr:] Das stille Sicherheitsupdate kann auch manche Musikprogramme lahmlegen, die zur Lizenzprüfung die Rechnerkonfiguration checken.

[2. Update 29.02.16 15:17 Uhr:] Die Problematik scheint nur OS X 10.11 und höher zu betreffen; Berichte über Probleme mit früheren OS-X-Versionen liegen uns derzeit nicht vor.

Anzeige

[3. Update 29.02.16 17:20 Uhr:] Wer nicht möchte, dass OS X stille Sicherheitsaktualisierungen einspielt, kann die Funktion – falls bereits aktiv – auch ausschalten. Der entsprechende Schalter befindet sich im Bereich "App Store" in den Systemeinstellungen unter "Systemdatendateien und Sicherheits-Updates installieren". (bsc)

173 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Ethernet-Update-Problem kann auch Mac-App-Store-Anwendungen tangieren

    Ethernet-Update-Problem kann auch Mac-App-Store-Anwendungen tangieren

    Eine fehlerhafte stille Sicherheitsaktualisierung, die Apple am Freitag verteilt hatte, macht unter Umständen den Start bezahlter Apps unmöglich.

  2. Erpressungs-Trojaner KeRanger: Wie Sie Ihren Mac schützen

    Apple

    Erstmals zielt funktionstüchtige Ransomware auf OS-X-Nutzer ab. Nach der Infektion bleiben drei Tage, bis "KeRanger" Dokumente verschlüsselt. Nutzer sollten prüfen, ob sie betroffen sind – und Gegenmaßnahmen ergreifen.

  3. macOS Sierra bereit zum Download

    macOS Sierra mit Siri

    Apple hat macOS 10.12 veröffentlicht. Das kostenlose Update verbessert das Zusammenspiel mit iOS-10-Geräten sowie der Apple Watch und integriert Siri. Manch älterer Mac wird nicht mehr unterstützt.

  4. OS X 10.11.5: Abhilfe für SMB-Probleme

    El Capitan

    Apple hat offenbar eine sicherheitsrelevante Änderung für SMB-Verbindungen in El Capitan integriert, die zugleich zu drastischen Geschwindigkeitseinbußen führen kann. Dies lässt sich rückgängig machen – ohne Downgrade auf 10.11.4.

  1. USB-Probleme in OS X 10.11

    Eigentlich sollte El Capitan das nächste Snow Leopard werden – zuverlässig und gut. Doch mit USB-Geräten gibt es zahlreiche Probleme, und zwar über Geräteklassen hinweg. Dabei hatte Apple den USB-Stack extra neu geschrieben, um die Stabilität zu erhöhen.

  2. Sollte Apple OS X abschotten wie iOS?

    Die Daten auf iPhone und iPad sind so gut geschützt, dass selbst das FBI große Mühe hat, heranzukommen. Auf dem Mac ist hingegen schon der erste Erpressungstrojaner im Umlauf. Wir haben diskutiert, ob das Sicherheitskonzept von iOS auch für OS X taugt.

  3. Linux auf dem Medion-Notebook Akoya E6424

    Linux auf dem Medion-Notebook Akoya E6424

    Das ab Donnerstag bei Aldi verkaufte Medion-Notebook ist für Linux ungeeignet: Viele Distributionen scheitern schon bei der Installation am brandneuen Grafikprozessor. Treiber für die Iris-550-GPU sind fast, aber eben noch nicht ganz fertig.

  1. BND verheimlichte angeblich NSA-Hintertür in Überwachungskameras

    NSA-Skandal: BND verheimlichte angeblich NSA-Hintertür in Überwachungskameras

    Bereits 2005 soll der Bundesnachrichtendienst auf eine Hintertür in Überwachungskameras gestoßen sein. Die sendeten wohl Daten an den US-Geheimdienst NSA. Konsequenzen hatte das keine, denn der BND habe das verheimlicht, berichten deutsche Medien.

  2. Zahlen, bitte! Das 27-Damen-Problem ist gelöst

    Zahlen, bitte! Das 27-Damen-Problem ist gelöst

    Ein Jahr lang hat das Q27-Projekt massiv parallel gerechnet, um der Welt eine neue Zahl zu präsentieren. Hier ist sie: 234.907.967.154.122.528.

  3. Musikindustrie-Verbände klagen gegen Streamripper Youtube-mp3

    Youtube

    Über die Seite Youtube-mp3 können Nutzer kostenlos die Tonspur von Youtube-Clips als MP3 herunterladen. Die Musikindustrie zerrt die Betreiberfirma deswegen nun vor Gericht.

  4. AMD Embedded Radeon E9000: Grafikchips für 4K-Spielhöllen und VR-Mediziner

    AMD Embedded Radeon: Grafikchips für Spielhöllen und Krankenhäuser

    4K-Arcade-Automaten erfordern leistungsfähige Grafik-Hardware. AMD hat nun zwei neue Embedded-GPUs mit Polaris-Architektur vorgestellt.

Anzeige