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Startschuss für iCloud

Nach einer mehrmonatigen Betaphase hat Apple heute iCloud für alle Nutzer geöffnet. Zur Inbetriebnahme des Dienstes ist eine kostenlose Apple ID erforderlich, mit der sich der eigene iCloud-Account aktivieren lässt. Die Anmeldung setzt iPhone, iPad oder iPod touch mit iOS 5 voraus, lässt sich alternativ aber auch auf einem Rechner mit Mac OS X 10.7.2 vollziehen. Das 5 GByte Speicherplatz umfassende iCloud-Basisangebot ist kostenlos, zusätzlicher Speicher kostet einen jährlichen Aufpreis: 10 zusätzliche GByte kosten 16 Euro pro Jahr. Zudem bietet Apple auch eine Erweiterung um 20 GByte für 32 Euro sowie 50 GByte für 80 Euro pro Jahr an.

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Unter der Bezeichnung iCloud bündelt Apple eine Reihe von Diensten, die teilweise schon bekannt sind: Neu bei Apple gekaufte Apps, Bücher und Musik können bereits seit iOS 4.3.3 und iTunes 10.3 automatisch auf mehrere Geräte automatisch heruntergeladen werden, sofern sie mit derselben Apple-ID verknüpft sind. Der erneute Download bereits erworbener Apps, Bücher, Musik und TV-Serien ist ebenfalls seit längerem möglich – in Hinblick auf Musik und TV-Episoden stehen diese Funktionen derzeit allerdings Nutzern eines deutschen iTunes-Accounts nicht zur Verfügung. Der "iTunes in the Cloud" genannte Teil von iCloud unterliegt speziellen Einschränkungen bei der verwendeten Gerätezahl.

iTunes Match gleicht hingegen den kompletten Bestand der eigenen iTunes-Musikbibliothek mit Apples Servern ab und bietet anschließend einen Online-Zugriff auf die hinterlegte Bibliothek von verschiedenen Geräten aus. iTunes Match lädt nur die eigenen Musiktitel hoch, die nicht im Katalog des iTunes Stores zu finden sind. Das Zusatzangebot kostet 25 Dollar pro Jahr und ist ab Ende Oktober zunächst nur auf dem US-Markt verfügbar.

Bisherige Bestandteile des kostenpflichtigen Angebotes MobileMe fließen ebenfalls in iCloud ein: Neben einer @me.com-E-Mail-Adresse übernimmt der neue Dienst den Abgleich von Adressen, Kalendereinträgen, Safari-Lesezeichen, Notizen und neuerdings auch Aufgaben ("Reminders"). Einzelne Kalender und Aufgabenlisten lassen sich wahlweise mit anderen iCloud-Mitgliedern gemeinsam nutzen. Der Fernzugriff auf den eigenen Mac per "Back to My Mac" bleibt in iCloud ebenfalls erhalten, allerdings müssen bisherige MobileMe-Nutzer beim Umstieg auf die Synchronisation des Schlüsselbundes, verschiedener Einstellungen der Mail-Anwendung sowie den Abgleich von Systemeinstellungen, Dashboard-Widgets und Dock-Elementen verzichten. Die MobileMe-Galerie, iDisk und iWeb-Pusblishing bleiben noch bis zum 30. Juni 2012 verfügbar.

Der bereits vertraute Dienst “Find my iPhone” ermittelt weiterhin den Aufenthaltsort des eigenen iOS-Gerätes und kann dieses zum Klingeln bringen oder eine Nachricht anzeigen lassen. Ebenso ist es möglich, die Code-Sperre zu setzen oder das Gerät fernzulöschen. iCloud dehnt diese nützlichen Funktionen auf Macs (ab Mac OS X 10.7.2) aus.

Zu den neuen Funktionen in iCloud zählt "Photo Stream": Dieser übernimmt den automatischen Abgleich von Fotos zwischen iOS-Geräten, Apple TV sowie Macs und Windows-Rechnern. Ein neu mit dem iPhone aufgenommenes Foto landet beispielsweise automatisch im Photo Stream (sobald eine WLAN-Verbindung vorhanden ist) und damit auch auf allen mit demselben iCloud-Account verbundenen Geräten. iCloud hält jeweils die in den letzten 30 Tagen aufgenommenen oder hinzugefügten Bilder vor – Photo Stream nimmt dabei keinen iCloud-Speicherplatz des Nutzers in Anspruch.

Neu ist außerdem die Option, das iOS-Backup nicht mehr lokal per iTunes, sondern online über iCloud durchzuführen. Das iOS-Gerät lädt dafür alle 24 Stunden ein neues Backup auf Apples Server, wenn es am Strom angeschlossen ist und eine WLAN-Verbindung besteht. In dem Backup stecken unter anderem die Daten und Anordnung der eigenen Apps, Einstellungen, Textnachrichten sowie Fotos und Videos. Der Nutzer hat die Wahl, bestimmte Daten in den iCloud-Einstellungen vom Backup auszuschließen.

Mit iCloud bietet Apple außerdem iOS- und Mac-Entwicklern die Möglichkeit, Dokumente und Einstellungen zwischen Apps unter iOS und Mac OS X automatisch abzugleichen. Dieser "Documents in the Cloud" genannte Bestandteil muss vom Entwickler gezielt unterstützt werden – der Nutzer selbst hat keine unmittelbare Möglichkeit, um beliebige Dateien auf diese Weise zwischen Geräten synchron zu halten. Apple selbst integrierte die Funktion beispielsweise in die iOS-Version von iWork, eine Reihe von Drittapps wie beispielsweise GoodReader unterstützt dies inzwischen ebenfalls. [Update: Die iOS-Versionen von Pages, Keynote und Numbers sind bereits in neuer Version 1.5 mit iCloud-Anbindung im App Store. Zudem beginnen erste Entwickler auch unter Lion, iCloud zu unterstützen. Die App SingleText nutzt "Documents in the Cloud" zum Ablegen von Texten.]

Über iCloud.com können Nutzer per Browser auf eine Reihe der iCloud-Dienste zugreifen: Neben den eigenen E-Mails, steht dort auch der Kalender und das Adressbuch zur Verfügung. Außerdem ist das Orten von iOS-Geräten und Macs möglich. Zusätzlich bietet der iPhone-Hersteller hier Anbindung an die von den iOS-Apps Keynote, Pages und Numbers hinterlegten Dokumente. Apple empfiehlt den Einsatz von mindestens Safari 5, Chrome 12, Firefox 5 oder Internet Explorer 8.

Eine Möglichkeit, mehrere bestehende Apple IDs zusammenzuführen, stellt das Unternehmen weiterhin nicht bereit – in der Vergangenheit gab es zwar vage Andeutungen einer derartigen Option, verbindlich äußerte sich der iPhone-Hersteller dazu bislang allerdings nicht. (lbe)

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