Logo von iX

Suche
Axel Kannenberg 196

Mozilla kritisiert Microsofts Browserpolitik für ARM-Geräte

Die Macher des Open-Source Browsers Firefox äußern scharfe Kritik an Microsoft: Die Redmonder wollen offenbar keinen gleichwertigen Browser zum Internet Explorer im Windows 8 für ARM-Geräte zulassen.

Anzeige

Problem ist die Windows-8-Version Windows RT, die für alle mit ARM-Prozessoren betriebenen Mobilgeräte und Tablets gedacht ist. Diese bietet zwei Umgebungen, eine Windows-Classic-Variante und das gekachelte Metro-Umfeld für Apps. Mozillas Chefanwalt Harvey Anderson monierte in einem Blogbeitrag, dass die Classic-Umgebung von vornherein nur den Internet-Explorer als Browser erlaube. Microsoft verweigere den Nutzern damit Wahlmöglichkeiten und verhindere so Wettbewerb und Innovation. Er sprach dabei von einem Rückfall ins digitale "dunkle Mittelalter“ und verwies auf die von Microsoft selbst formulierten Prinzipien, darunter auch Wahlfreiheit für die Nutzer.

Mozilla-Sprecher Asa Dotzler führte die Kritik weiter aus: Microsoft benachteilige andere Browser auch im Metro-Modus. Anders als in x86-Umgebungen normaler PCs bekämen andere Browser bei Windows für ARM nicht den gleichen Zugang zu den APIs (Programmierschnittstellen). Damit wäre es praktisch unmöglich, ein konkurrenzfähiges Browser-Produkt zu entwickeln.

Gegenüber Cnet teilte Anderson mit, dass Mozilla derzeit noch keine rechtlichen Schritten plane. Der Gang vor Gericht sei eher das letzte Mittel, bislang wolle man noch warten, ob Microsoft bei einem späteren Release nicht doch noch Browser von anderen Anbieter gleichstellen würde.

Mit der Microsoft-Schelte steht Mozilla nicht allein: Laut einem weiteren Bericht von Cnet hat Google inzwischen der Kritik zugestimmt. "Wir teilen die von Mozilla geäußerten Besorgnisse darüber, wie die Windows-8-Umgebung Innovationen und die Wahlfreiheit der Nutzer einschränkt“, ließ das Unternehmen verlauten. Von Microsoft liegt bis zur Stunde keine Stellungnahme zum Thema vor.

Die geäußerten Vorwürfe lassen bei vielen Beobachtern Erinnerungen an die vergangenen Browser-Kriege aufkommen. Microsoft lieferte in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts den Internet Explorer mit dem Windows-Betriebssystem und schaltete damit den zuvor erfolgreicheren Konkurrenten Netscape praktisch aus. Das Vorgehen hatte eine Untersuchung der Wettbewerbshüter zur Folge und hätte beinahe zur Zerschlagung des Softwarekonzerns geführt. (axk)

196 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Internet Explorer wird nicht mehr weiterentwickelt

    Internet Explorer wird nicht mehr weiterentwickelt

    Fast ein bisschen Open Source: Microsoft gesteht, dass Adobe bei seinem neuen Browser "Project Spartan" mithilft – und will dem Internet Explorer die neue Browser-Engine vorenthalten.

  2. Mozilla kritisiert Microsoft: Windows 10 erschwert Browser-Wahl

    Mozilla vs. Microsoft

    In einem offenen Brief greift Mozilla-Chef Chris Beard den Microsoft-CEO Satya Nadella an: In Windows 10 sei es schwieriger, den Standard-Browser zu wechseln. Microsoft solle die Entscheidung der Nutzer respektieren.

  3. Patchday-Sammelupdate kickt Google aus dem IE

    Patchday-Sammelupdate kickt Google aus dem IE

    Das letzte Sammelupdate für den Internet Explorer 11 stört die Möglichkeit, alternative Suchmaschinen im Browser aktivieren zu können. Nutzer müssen sich so unter Umständen mit Bing begnügen.

  4. Microsoft Edge beerdigt proprietäre Internet-Explorer-Techniken

    Microsoft Edge beerdigt proprietäre Internet-Explorer-Techniken

    ActiveX, VML, VBScript und vieles mehr: Microsoft zieht in Windows 10 eine umfangreiche Liste von Internet-Explorer-Erbschaften aus dem Verkehr.

  1. Raubzug in Browser-Passwort-Safes

    Ohne spezielles Passwort sind die im Passwort-Safe eines Browser gespeicherten Passwörter leichte Beute -- wenn man weiß wie.

  2. BUILD 2013: Previews verfügbar – sonst nichts Neues

    Es gibt nun Preview-Versionen von Windows 8.1, Windows Server 2012 R2 und Visual Studio 2013 sowie .NET 4.5.1 zum Download.

  3. c't uplink 10.2: Gehackte Aldi-Kameras, Mobil-Browser und 5K-Displays

    c't uplink 10.2: Gehackte Aldi-Kameras, Mobil-Browser und 5K-Displays

    In der neuen Ausgabe des c't uplink hacken wir Aldi-Kameras und stellen die besten Browser fürs Smartphone und Tablet vor. Außerdem stellen wir die Frage, ob und warum ein 5K-Bildschirm unser Technikleben bereichert.

  1. Fahrbericht Triumph Bonneville T120

    Zweirad

    Die Bonneville T120 sieht dem Vorgängermodell immer noch sehr ähnlich, ist aber von Grund auf neu konstruiert. Ihr Motor ist wegen neuer Abgasnormen und für mehr Leistung wassergekühlt. "Mehr Leistung" beschreibt es allerdings nur unzureichend: Die Art ihrer Kraftentfaltung kann süchtig machen

  2. Windows 10: Cortana spielt nur noch mit Edge und Bing

    Windows 10: Cortana spielt nur noch mit Edge und Bing

    Microsoft verbaut Windows-10-Nutzern die Möglichkeit, das digitale Assistenzsystem mit anderen Browsern und Suchmaschinen zu verknüpfen.

  3. KEF sieht Millionen-Einsparpotenzial bei ARD und ZDF

    «Tagesschau»-App erneut vor Gericht

    Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten sieht bei den öffentlich-rechtlichen Sendern noch Einsparpotenzial bei den Produktionskosten und der IT-Ausstattung.

  4. Elektron veröffentlicht Synthesizer-Plug-in Overbridge 1.10 und Rytm 1.3

    Elektron veröffentlicht Synthesizer-Plug-in Overbridge und Rytm 1.3

    Der Synthesizer-Hersteller hat sein Plug-in Overbridge 1.10 endlich aus der Beta-Phase entlassen. Der Drum-Computer Rytm lernt dazu viele neue Klänge.

Anzeige