Logo von iX

Suche
Christian Kirsch 195

Microsoft bringt eigenen Vorschlag für HTTP 2

Die Werbetrommel für ein schnelleres Internet rührte Microsoft schon vor Tagen, jetzt liegen erstmals handfeste Informationen dazu vor. In einem Entwurf für die zurzeit tagende IETF-Arbeitsgruppe zu HTTP 2.0 führt das Unternehmen seine Ideen genauer aus.

Sie stehen teilweise im Gegensatz zu dem bisher von der Arbeitsgruppe diskutierten Vorschlag von Google (SPDY). So entfällt dessen Server-Push, der laut Microsoft der Semantik von HTTP widerspricht. Auch die in SPDY vorgesehene obligatorische SSL-Verschlüsselung der Verbindungen fehlt in Microsofts Entwurf. Er sieht den Einsatz von WebSockets für den Aufbau und das Aufrechterhalten einer persistenten Session zwischen Client und Server vor. Das Multiplexing innerhalb einer Session soll per SPDY über eine WebSocket-Erweiterung geschehen. Auch die Datenübertragung während der Sitzung folgt dem in SPDY vorgesehenen Stream-Verfahren. Damit würde unter anderem dessen Komprimierung der HTTP-Header beibehalten.

WebSockets hätten einige Vorzüge bei Sitzungsverwaltung (session layer), schreiben die Autoren in ihrem Entwurf. So müsse man keine neuen Kontrollnachrichten erfinden, und Netzgeräte wie Router oder Switches müssten kein neues Protokoll für den Aufbau und das Aufrechterhalten bidirektionaler Sitzungen lernen. Schließlich bleibe es Clients und Servern überlassen, ob sie eine Session verschlüsseln wollten oder nicht.

Am Ende des Vorschlags führen die Autoren einige offene Fragen auf. Dazu gehören unter anderem Details der Header-Komprimierung und eine optionale Nachricht des Servers, dass er Daten für den Client bereithält. (ck)

195 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. RFCs für HTTP/2 festgelegt und -geschrieben

    RFCs für HTTP2 festgelegt und -geschrieben

    Als RFC 7540 und 7541 hat die IETF die beiden Spezifikationen für das Hypertext Transfer Protocol Version 2 veröffentlicht.

  2. Google: Internet-Transportprotokoll Quic könnte TCP-Entwicklung voranbringen

    Google - Quic

    Die Entwicklung eines neuen Transportprotokolls fürs Internet im Hause Google ließ Experten aufhorchen. Jetzt liegt Quic einem Editor der IETF vor. Eine komplette Standardisierung strebt der Konzern aber überraschenderweise zunächst nicht an.

  3. Puzzles sollen gegen DDoS-Angriffe schützen

    Puzzles gegen DDoS-Angriffe

    Um verteilte Denial-of-Service-Attacken auf Krypto-Dienste zu verhindern, sollen die Clients erst mal ein Puzzle lösen, bevor sie diese in Anspruch nehmen können. Doch der Vorschlag ist nicht unproblematisch.

  4. Googles Netz-Protokoll Quic: Werbung und Warnungen beim IETF-Meeting

    Google - Quic

    Ein Carrier-Netz mit eigenen Seekabeln hat Google schon, und einen eigenen Browser natürlich auch. Fehlt nur noch, was dazwischen liegt: ein neues Transportprotokoll. So wirbt das Unternehmen jetzt für den regen Einsatz von Quic.

  1. Internet-Protokolle, Teil 1: TCP/IP, der Grundstein für Anwendungsprotokolle

    Die TCP/IP-Protokollsuite lässt sich in Schichten unterteilen (Abb.1)

    Ob Internet oder Machine to Machine (M2M), ob Peer to Peer oder Client/Server, Anwendungsprotokolle verbinden die Knoten eines digitalen Netzes. Für Entwickler ist es wichtig, Unterschiede zwischen Internet-Protokollen wie HTTP, SMTP und FTP zu kennen.

  2. Ignite: Nächstes Microsoft-Großereignis startet heute um 15.30 Uhr

    Die Microsoft Ignite findet erstmalig statt. Sie ersetzt frühere Exchange-, SharePoint-, Lync-, Project-, Microsoft-Management- und TechEd-Konferenzen.

  3. WebRTC: Standard für die Web-basierte Echtzeitkommunikation

    WebRTC: Standard für die Web-basierte Echtzeitkommunikation

    Noch ist die erste Standardisierungsphase nicht abgeschlossen, doch schon sorgt WebRTC auf dem Markt für Web-basierte Echtzeitkommunikation für Aufsehen. Zeit für einen Artikel zu Geschichte, Technik und Standards.

Anzeige