Musik mit Biss: Rap-Zahnschmuck als MP3-Player
Die New Yorker Designstudentin Aisen Chacin hat einen MP3-Player entwickelt, der ein ganz besonderes Musikerlebnis bietet: Sie kombinierte den als „Grill“ bezeichneten Zahnaufsatz, mit dem sich Rapper Gold- und Diamantenschmuck über ihre Zähne legen, mit einem voll funktionsfähigen digitalen Abspielgerät. Das Ergebnis nennt sie „Play-A-Grill “ (PDF-Datei).

Zu cool für den Zahnarzt: der Mund-MP3-Player.
Bild: Aisen Chacin Das Bemerkenswerte daran, abgesehen natürlich von der Stilfrage: Die Musik soll durch Vibration übertragen werden. Dafür hat Chacin laut eigenen Angaben einen kleinen Motor an die Kopfhörerbuchse angeschlossen, der in der Frequenz des gerade abgespielten Musikstücks vibriert. Die Vibrationen sollen von den Zähnen aufgenommen und in die Kiefer weitergeleitet werden. Diese liegen sehr nahe an den Ohren, weshalb auch die inneren Ohrknochen in Schwingung gerieten, was wiederum vom Nervensystem als akustische Information interpretiert werde.
Damit nutzt der Mundplayer-Prototyp einen als Knochenleitung bekannten Effekt, auf dem zum Beispiel auch die Baha-Implantate der Hörgeräte-Firma Cochlear basieren. Der Musikgenuss mit dem „Play-A-Grill“ soll sich aber keineswegs so anfühlen, als würde man die ganze Zeit von einem vibrierenden Zahnarztbohrer bearbeitet, betonte Chacin gegenüber dem Fachblatt Dental Tribune. Die Vibrationen sollen laut der Designerin gar nicht als solche empfunden werden. Bei der Präsentation des Prototyps auf einer Konferenz hätten mehrere freiwillige Tester lediglich den Klang der Musik wahrgenommen.
Ein Freiwilliger Tester hört auf seine Zähne.

Mit der Zunge wird der Player gesteuert.
Bild: Aisen Chacin Um den Prototypen herzustellen, fertigte Chacin eigenen Angaben zufolge zunächst einen Alginat-Abdruck ihres Mundes als Basis an – und danach ein Wachsmodell ihrer Schneidezähne, das in Silber ausgegossen den „Grill“ ergab. Als MP3-Player dient ein generischer Nachahmer der älteren iPod-Shuffle-Geräte. Besonders wichtig dabei: Der Player verfügte über ein einfaches, taktiles Eingabepad, das beim Mundeinsatz eine Steuerung per Zungenberührung möglich machte. Nach erfolgreichem Anschluss des Vibrationsmotors an die Kopfhörerbuchse wurden Grill und Player schließlich mit Silikon am Mundabdruck befestigt.
Laut Tribune soll die Studentin noch auf der Suche nach geeigneten Vermarktungsmöglichkeiten für ihre Idee sein und auf interessierte Rap-Stars hoffen. Für den deutschen Markt wären vielleicht Kieferorthopäden die richtigen Ansprechpartner. Eine gepimpte MP3-Zahnspange dürfte Kieferkorrekturen bei den meist jungen Patienten deutlich populärer machen.(axk)
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