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CIPA mit Marktzahlen: Spiegellose auf dem Vormarsch

Der Interessenverband der japanischen Fotoindustrie, CIPA, hat aktuelle, weltweite Marktdaten zu spiegellosen Systemkameras herausgegeben. Dabei listet die CIPA die Spiegellosen erstmals als eigene Gattung auf. Die Zahlen decken den Zeitraum zwischen Juli und Dezember 2011 ab und zeigen, dass die neue Kameragattung auf dem Vormarsch ist. Dem Verband gehören alle namhaften japanischen Kamerahersteller an, darunter Nikon, Canon, Sony, Panasonic oder Olympus.

CIPA zufolge wurden zwischen Juli und Dezember 2011 weltweit etwa neun Millionen Kameras mit Wechseloptik ausgeliefert, etwa zwei Millionen davon gehen demnach auf das Konto der spiegellosen Systemkameras. Ihr Gesamtanteil an Geräten mit Wechseloptiken liegt für diesen Zeitraum damit bei etwa 23 Prozent weltweit. Dabei ist eine Entwicklung zu erkennen: Zwischen Juli und September lag ihr Anteil noch bei knappen 20 Prozent, zwischen Oktober und Dezember stiegen sie auf einen Anteil von etwa 27 Prozent.

Ein differenziertes Bild ergibt sich auch beim Blick auf einzelne Regionen: Japan ist Spitzenreiter bei den spiegellosen Systemkameras. Ihr Anteil an Kameras mit Wechseloptiken lag dort zwischen Juli und September bei etwa 42 Prozent, zwischen Oktober und Dezember schon bei etwa 50 Prozent. Insgesamt machen sie laut CIPA im letzten Halbjahr 2011 etwa 46 Prozent der Kameras mit Wechseloptiken aus.

Wachstum auch in Deutschland

In Europa wurden im selben Zeitraum laut CIPA insgesamt knapp drei Millionen Systemkameras ausgeliefert, davon waren knapp 550.000 Geräte spiegellos. Ihr Anteil lag demnach bei knapp 19 Prozent. Wie in Japan, ist auch in Europa für diesen Zeitraum eine steigende Tendenz erkennbar.

Für Deutschland liegen noch keine endgültigen Zahlen vor, diese werden Ende Februar erwartet. Die Prognosen zeichnen allerdings ein ähnliches Bild. So erwarten der Photoindustrie-Verband beziehungsweise GfK für 2011, dass hierzulande etwa eine Millionen Kameras mit Wechseloptik verkauft wurden. 130.000 davon sollen nach diesen Schätzungen spiegellose Systemkameras sein, das wäre ein Anteil von 13 Prozent. 2010 lag ihr Anteil nach den Zahlen des Photoindustrie-Verbands noch bei zehn Prozent. Ein klares Wachstum, allerdings nicht so rasant, wie die CIPA-Zahlen vermuten lassen.

Unsere Bilderstrecke zeigt die aktuellen spiegellosen Kameras. Viel Spaß beim Klicken.

Vergleich zu kompakten Digitalkameras

Die CIPA-Zahlen zeigen zwar eine eindeutige Wachstumstendenz bei den Spiegellosen, blickt man aber auf die Marktdaten für digitale Kompaktkameras, relativiert sich das Bild deutlich. So wurden laut CIPA zwischen Juli und Dezember 2011 insgesamt etwa 63 Millionen Kameras ausgeliefert, davon waren allein etwa 54 Millionen Geräte Kompaktkameras. Die Spiegellosen kommen nach den CIPA-Zahlen insgesamt nur auf einen Anteil von etwa drei, die Kompakten auf etwa 86 Prozent. Auch für Deutschland ergibt sich ein homöopathischer Anteil, bedenkt man, dass die Prognosen von GfK und Photoindustrie-Verband davon ausgehen, dass 2011 hierzulande insgesamt etwa neun Millionen Digitalkameras verkauft wurden. 130.000 spiegellose Systemkameras hätten daran einen Anteil von nicht einmal zwei Prozent.

Mehr zu den aktuellen Trends und spiegellosen Systemkameras verrät auch das aktuelle Heft c’t Digitale Fotografie. Dort finden Sie außerdem Tests zu einzelnen, aktuellen Modellen. (ssi)

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