EU steckt 1,2 Milliarden Euro in IKT-Forschung
Die EU-Kommission will kommendes Jahr Projekte im Bereich Forschung und Innovation mit insgesamt 6,4 Milliarden Euro bezuschussen. Davon sollen 1,2 Milliarden Euro in die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) fließen, heißt es heute in einer Mitteilung aus Brüssel. So wolle die EU-Kommission ihre in der Mitte Mai ausgegebenen "Digitalen Agenda für Europa" abgegebene Zusage einhalten, das IKT-Budget jedes Jahr aufzustocken.
600 Millionen Euro sind für Vorhaben vorgesehen, in denen an Themen wie Netz- und Dienstinfrastrukturen der nächsten Generation, Robotersysteme, Elektronik- und Photonik-Bausteine sowie für Technik zur Nutzung digitaler Inhalte gearbeitet wird. Gut 400 Millionen Euro soll in Forschung darüber fließen, wie mit IKT Herausforderungen wie eine CO2-ärmere Wirtschaft, die Alterung der Bevölkerung oder flexible und nachhaltige Fabriken bewältigt werden können. 90 Millionen Euro sind für die öffentlich-private Partnerschaft für das Internet der Zukunft bestimmt, um europäische Schlüsselinfrastrukturen "intelligenter" zu machen.
Die Zuschüsse werden im Rahmen von Ausschreibungen vergeben, die in den kommenden 14 Monaten laufen sollen. Die ersten Ausschreibungen sollen am morgigen 20. Juli veröffentlicht werden. Mit den Milliarden will die EU-Kommission dazu beitragen, dass "wissenschaftliche Grenzen überwunden, die Wettbewerbsfähigkeit Europas verbessert und gesellschaftliche Herausforderungen bewältigt werden". Dazu zählt sie den Klimawandel, Energieversorgungs- und Ernährungssicherheit sowie Gesundheit und Bevölkerungsalterung. Das Geld soll an rund 16.000 Teilnehmer aus Forschungsorganisationen, Universitäten und der Industrie gehen, darunter rund 3000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Das Paket des "Siebten Rahmenprogramms" soll die Wirtschaft ankurbeln und mehr als 165.000 Arbeitsplätze entstehen lassen, teilt die EU-Kommission weiter mit. Ihr geht es auch um eine langfristige Investition in ein "intelligenteres, nachhaltiges und sozialeres Europa". 2009 umfasste das Volumen des Rahmenprogramms noch 4,9 Milliarden Euro, dieses Jahr 5,7 Milliarden Euro.(anw)
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