ARM blickt selbstbewusst in die Zukunft
Warren East, Chef der CPU-Schmiede ARM, hat gegenüber einer Runde von Analysten einige Codenamen kommender Coretex-Prozessoren verraten und wieder einmal ein paar Schüsse in Richtung Intel und Microsoft abgegeben. Innerhalb der nächsten 18 Monate will das Unternehmen die Prozessorkerne Eagle, Heron und Merlin fertigstellen, erste "Lead Customers" gebe es auch schon. Da ARM jedoch keine fertigen Prozessoren verkauft, sondern nur Lizenzen für deren Blaupausen vergibt, dauert es selbst nach der offiziellen Vorstellung des Kerns noch Jahre, bis Produkte damit im Handel erscheinen. So hat ARM den Cortex-A9 MPCore im Oktober 2007 präsentiert, aber erst voriges Jahr kündigten Firmen erste Chips damit an, zum Beispiel OMAP-4, Armada und Tegra-250.
Eagle soll das bisherige Multikern-Flaggschiff Cortex-A9 überflügeln und in Smartphones, Mobilrechnern, Fernsehern und Telekommunikationsinfrastruktur zum Einsatz kommen. Welche genaue Bezeichnung Eagle in der Cortex-A-Familie bekommt, steht noch nicht fest.
Heron wird voraussichtlich einen Namen tragen, der mit "Cortex-R" beginnt. Er soll in Festplatten-Controllern sowie der Motorsteuerung von Autos seinen Dienst tun. In die Cortex-M-Familie gehört der Merlin und ist für die Steuerung von Elektromotoren und Maschinen sowie Audioverarbeitung gedacht. Allein in diesem Marktsegment werden jährlich rund 16 Milliarden Prozessoren verkauft.
| Kern-Familie | Anteil Q4/09 |
| ARM7 | 57% |
| ARM9 | 36% |
| ARM11 | 5% |
| Cortex | 2% |
| Marktsegment | Anteil Q4/09 |
| Mobile | 62% |
| Enterprise | 15% |
| Home | 5% |
| Embedded | 18% |
| Lizenzverkäufe Q4/09 an Bestandskunden | Lizenzverkäufe Q4/09 an Neukunden | Summe Q4/09 | Kummulative Summe | |
| ARM7 | 2 | 1 | 3 | 172 |
| ARM9 | 1 | 3 | 4 | 262 |
| ARM11 | 3 | 1 | 4 | 76 |
| Cortex-A | 4 | 4 | 33 | |
| Cortex-R | 17 | |||
| Cortex-M | 5 | 2 | 7 | 51 |
| Mali | 2 | 2 | 27 | |
| Sonstige | 1 | 1 | 24 | |
| Summe | 18 | 7 | 25 | 662 |
Neben diesen Blicken in die Glaskugel hatte Warren East aber auch harte Zahlen zum vierten Quartal 2009 parat: Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10 Prozent auf 85,2 Millionen britische Pfund und lag damit aber immer noch 20 Prozent über den Erwartungen. Der Jahresgewinn vor Steuern lag bei 47,3 Millionen Pfund – ein Einbruch von 25 Prozent gegenüber 2008. 25 neue ARM-Lizenzen konnte der CPU-Enwtickler im vierten Quartal 2009 absetzen, 18 davon an bisherige Kunden, die restlichen 7 an neue. Diese sieben kauften aber nicht etwa Lizenzen für die dicken Cortex-Schiffe sondern für ältere und kleinere ARM-Kerne.
Bisher haben die Cortex-CPUs gerade einmal 2 Prozent Anteil an den ausgelieferten ARM-Kernen. Den Löwenanteil bestreiten mit 57 Prozent die ARM7-Kerne. Wichtigstes Standbein von ARM sind mit 62 Prozent die Mobil-CPUs; weit abgeschlagen liegen mit 18 Prozent die Embedded-Chips dahinter. (bbe)
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