Axel Kossel, Markus Stöbe, Ragni Zlotos

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Aktuelle Dateien immer parat mit Dropbox und Co.

Dropbox gehört zu den beliebtesten Cloud-Diensten. Er synchronisiert automatisch Dateien zwischen PCs, Macs, Notebooks, Tablets und Smartphones – zu Hause, bei der Arbeit und unterwegs. Mittlerweile gibt es etliche Konkurrenten, die auf dieses erfolgreiche Prinzip setzen. Wir haben sie verglichen.

Das Dropbox-Prinzip ist einfach: Man hat auf jedem zu synchronisierenden Gerät einen Ordner, in dem alle häufig benötigten Dateien liegen. Die Clients, die sich ins jeweilige Betriebssystem integrieren, überwachen den Ordner, erkennen, was neu ist oder geändert wurde, und schieben dies alsbald in die Cloud. Taucht dort etwas Neues oder Geändertes auf, laden die Clients es herunter. Solange keine Internet-Verbindung besteht, kann man mit den lokalen Kopien der Dateien arbeiten. Geräte, auf denen kein Client installiert ist, haben über eine Webseite Zugang zu den Dateien.

Dropbox gibt die Nutzerzahl mit über 50 Millionen an; auf 250 Millionen Geräten sei ein Client installiert und täglich werden rund 500 Millionen Dateien hochgeladen. Seinen Erfolg verdankt der Dienst einerseits der einfachen Bedienung, andererseits aber auch ein paar cleveren Tricks. So muss nicht jeder Client alles synchronisieren, was ein anderer in seinem Dropbox-Ordner ablegt. Die selektive Synchronisation von Unterordnern verhindert, dass große Dateien, die zwischen den PCs daheim und im Büro ausgetauscht werden sollen, unnötigerweise den knapp bemessenen Speicher des Tablets belegen oder die Mobilflatrate des Smartphones auffressen.

Eine Versionsverwaltung gibt einem nach dem Ändern einer Datei 30 Tage lang Zeit, das Original wieder herzustellen. Die Clients gehen sparsam mit der Bandbreite um: Wurde eine große Datei geändert, etwa ein Archiv oder ein TrueCrypt-Container, in dem Dateien verschlüsselt abgelegt werden, dann schickt der Client nur die geänderten Teile über die Leitung. Außerdem erkennt Dropbox Dateien, die sich bereits in der Cloud befinden, und lädt diese nicht erneut hoch. Man kann die Bandbreite für Up- und Download getrennt beschränken. Dann dauert die Dropbox-Übertragung zwar länger, bremst dafür aber andere nicht aus.

Zubehör

Ein API (Application Programming Interface) öffnet fremden Programmen den Zugang zu Dropbox; sie können darüber Dateien in die Cloud senden. Besonders unter iOS, wo jede App ihre Daten selbst verwaltet, wurde Dropbox so quasi zum Standard für den Datenexport.

Die Schnittstelle ermöglicht ein Biotop aus Diensten und Programmen rund um Dropbox, die es um neue Fähigkeiten erweitern. Etwa send to dropbox, über das man eine E-Mail-Adresse erhält, um Attachments in die eigene Dropbox zu senden. Oder DROPitTOme, das die eigene Dropbox um einen passwortgeschützten Upload-Bereich für andere erweitert. Gimme Bar macht aus Dropbox einen Notizensammler à la Evernote. Mit DropPages, Scriptogr.am und Pancake.io lässt sich der Speicher zu Webspace für eigene Seiten oder einem Blog umfunktionieren.

Wer allerdings vertrauliche Dateien in seiner Dropbox liegen hat, sollte überlegen, ob er solchen Diensten den Zugriff erlaubt. Deshalb sind jene vorzuziehen, die entweder nur auf einen für sie freigegebenen Ordner zugreifen oder zumindest nicht selbst nach Login und Passwort fragen, sondern die Anmeldung über https://api.dropbox.com abwickeln.


Hat man eine Datei auf Dropbox verhunzt, bietet der Dienst ältere Versionen zur Wiederherstellung an. Vergrößern
Dropbox entwickelt sich ständig weiter. So kann man jetzt direkt Links auf einzelne Dateien erzeugen und an andere verschicken. Auch der Upload von Fotos aus einer Kamera in die Dropbox-Galerie ist neu. Doch Dropbox kann nicht jeden zufriedenstellen. So ist das Konzept des Ordners, dessen Inhalte synchronisiert werden, zwar einfach zu verstehen, es zwingt einen aber auch, das eigene System zur Dateiablage ihm unterzuordnen. Der Trick mit symbolischen Links auf beliebige Verzeichnisse, die man im Dropbox-Ordner anlegt, funktioniert zumindest unter Windows nicht immer.

Eine weitere Einschränkung ist der Speicherplatz. Kostenlos erhält man 2 GByte, was zum reinen Synchronisieren reicht. Andere Dienste wie Google Drive oder SkyDrive verschenken aber deutlich mehr, beim Telekom Mediencenter erhält man sogar 25 GByte kostenlos (allerdings ohne Synchronisierungsfunktion). Das Anwerben eines neuen Mitglieds belohnt Dropbox mit zusätzlichen 500 MByte; so lässt sich der kostenlose Speicher bis 18 GByte ausbauen.

Im Test speicherte Dropbox unsere Daten bei Amazon EC2 in den USA, wo das europäische Datenschutzrecht nicht gilt. Immerhin hat Dropbox im Februar die Safe-Harbor-Vereinbarung unterzeichnet und sich damit zur Einhaltung von der EU als ausreichend angesehener Datenschutzvorgaben verpflichtet. Allerdings können europäische Behörden diese Einhaltung noch schlechter überprüfen als bei hiesigen Unternehmen. Auch passierte bei Dropbox im Juni 2011 eine Sicherheitspanne, durch die Nutzer auf fremde Daten zugreifen konnten.

Wettbewerb

Es gibt also durchaus Gründe, sich nach einer Alternative umzuschauen. Wir haben ein Testfeld mit sieben Kandidaten zusammengestellt, die sich mit Dropbox messen müssen. Zulassungsvoraussetzung war ein kostenloses Einstiegsangebot, Clients für verschiedene Betriebssysteme und eine mit der von Dropbox vergleichbare Synchronisierungsfunktion. Dies erfüllen die Computerbild-Cloud, Google Drive, Microsoft SkyDrive, SugarSync, TeamDrive, Wuala und Ubuntu One.

SpiderOak wurde vom Test ausgeschlossen, nachdem drei Kollegen wegen der kruden Bedienung des Clients ihre Daumen nach unten drehten. Außerdem schied CloudMe wegen der unverschlüsselten Übertragung der Daten aus.

Für diesen Artikel haben wir die Dienste unter Windows 7, Mac OS 10.7.4 und Ubuntu 12.04 (alle 64 Bit) getestet, sofern Clients für diese Betriebssysteme vorhanden waren. Falls Sie außerdem mit einem Tablet oder Smartphone Daten synchronisieren wollen, lesen Sie den Test dazu im folgenden Artikel. Und ab Seite 88 steht, wie Sie die Verschlüsselung Ihrer Daten selbst in die Hand nehmen, statt auf den Cloud-Dienst zu vertrauen. (ad)

Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 13/2012.

Das Dropbox-Prinzip

Artikel zum Thema "Das Dropbox-Prinzip" finden Sie in c't 13/2012:

  • Aktuelle Daten immer parat mit Dropbox & Co. - Seite 78
  • Dropbox-Kontrahenten auf Android und iOS - Seite 84
  • Daten verschlüsseln für die Cloud - Seite 88

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